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Ab ins Lektorat: So bereitest du dein Manuskript perfekt vor

1. Juni
3 Min. Lesezeit

Der Moment, in dem das eigene Buch endlich fertig geschrieben ist, fühlt sich großartig an. Doch bevor der Text an ein Lektorat geht, bricht bei vielen Autoren das große Zittern aus. Ist das gut genug? Sieht der Lektor sofort, dass ich in Kapitel 3 den Überblick verloren habe?

Keine Sorge: Ein Lektorat ist kein Tribunal, sondern ein Wellness-Programm für deinen Text. Damit dein Lektor oder deine Lektorin das Beste aus deiner Geschichte herausholen kann, solltest du das Manuskript optimal vorbereiten.

Hier sind die vier wichtigsten Schritte, mit denen du deinen Text fit fürs Lektorat machst – und nebenbei oft sogar Geld sparst.


1. Den "rohen" Text erst mal sacken lassen

Der größte Fehler? Das Manuskript direkt nach dem Tippen des letzten Satzes abschicken. Wenn du noch zu tief in deiner Geschichte steckst, bist du "betriebsblind".

  • Die Faustregel: Lege den Text für mindestens zwei Wochen (besser vier) komplett weg.

  • Der Effekt: Wenn du ihn danach wieder öffnest, liest du ihn nicht mehr aus dem Kopf (was du denkst, was dort steht), sondern mit den Augen (was wirklich dort steht).


2. Die erste eigene Überarbeitungsrunde (Self-Editing)

Ein Lektorat ist nicht dafür da, deine allererste Rohfassung glattzubügeln. Je mehr "Flüchtigkeitsfehler" und offensichtliche Logiklöcher du selbst vorab entfernst, desto tiefer kann das Lektorat in die echte Substanz (Stil, Charakterentwicklung, Spannungsbogen) eintauchen.

Achte bei deiner eigenen Runde besonders auf:

  • Logik und Plot: Stimmt die Chronologie? Haben Figuren plötzlich im nächsten Kapitel eine andere Augenfarbe oder wissen Dinge, die sie gar nicht wissen dürften?

  • Lieblingswörter killen: Jeder Autor hat sie. Bei den einen "seufzt" ständig jemand, bei den anderen ist alles "irgendwie" oder "ein bisschen". Nutze die Suchfunktion deines Schreibprogramms und miste aus.

  • Streichkonzert: Kürze Szenen, die die Handlung nicht voranbringen – auch wenn dein Herz an ihnen hängt.

Tipp: Lass dir deinen Text von einem Programm laut vorlesen (Text-to-Speech). Wenn die Computerstimme stolpert, holpert meistens auch der Satzbau.

3. Das Manuskript richtig formatieren

Lektoren arbeiten am liebsten in einer sauberen, ablenkungsfreien Umgebung. Eine professionelle Formatierung sorgt dafür, dass sich dein Lektor voll und ganz auf den Inhalt konzentrieren kann.

  • Die Standard-Schriftarten: Nutze gut lesbare Schriften wie Courier New, Times New Roman oder Arial in Größe 12.

  • Zeilenabstand: Stell den Zeilenabstand auf 1,5-zeilig ein. Das schafft Platz für digitale Anmerkungen.

  • Sonderzeichen-Check: Benutze für Absätze niemals die Leertaste, sondern immer die Enter-Taste. Für Einzüge nutzt du den Tabulator, keine manuellen Leerzeichen.

  • Einheitliche Anführungszeichen: Achte darauf, dass deine Dialoge überall die gleichen Anführungszeichen nutzen (z. B. die typisch deutschen „“ oder die französischen »« Chevrons).


4. Den "Beipackzettel" für das Lektorat schreiben

Ein Lektor arbeitet nicht im luftleeren Raum. Damit die Zusammenarbeit ein voller Erfolg wird, solltest du ein kurzes Begleitdokument (maximal eine Seite) mitschicken.

In dieses Dokument gehört:

  1. Das Genre & die Zielgruppe: Wer soll das Buch später lesen? (Ein New-Adult-Roman braucht einen anderen Tonfall als ein historischer Thriller).

  2. Die Perspektive: Aus welcher Sicht ist die Geschichte erzählt (z. B. Ich-Perspektive, personaler Erzähler)?

  3. Deine Baustellen: Sag offen, wo es hakt. ("Ich bin mir unsicher, ob das Tempo im Mittelteil hält" oder "Wirkt Figur X sympathisch?").

  4. Ein Kurz-Exposé: Eine grobe Zusammenfassung des Plots (inklusive Ende!), damit der Lektor weiß, worauf die Fäden hinlaufen.

Fazit: Vorbereitung ist die halbe Miete

Je besser du dein Manuskript vorbereitest, desto intensiver und zielgerichteter kann das Lektorat ausfallen. Du sparst Zeit bei den Korrekturschleifen und – da viele Lektoren nach Arbeitsaufwand kalkulieren – oft auch bares Geld.

Sieh dein Manuskript vor dem Lektorat wie ein Haus: Du musst es nicht perfekt einrichten, aber der Rohbau sollte stehen und gefegt sein. Den Rest baut ihr als Team auf!



 
 
 

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